Was will uns der Film bloß sagen???

teaser-1.jpgBei vielen Blockbustern scheint das Drehbuch Nebensache. Nach dem Motto: Zu viel Handlung lenkt nur von Verfolgungsjagden, Explosionen & Co. ab! Doch mitunter beschreiten Autoren mit ihren filmischen Ideen so komplizierte Wege, dass man nicht mehr hinterher kommt. Hier die Highlights des Kopfzerbrech-Kinos:

donnie-darko.jpgDonnie Darko
Richard Kellys Spielfilmdebut ist ein grandioses Gedankenexperiment - mit Zeitreisen, sprechenden Riesenhasen, Schizophrenie - sowie mit Patrick Swayze und einem großartigen Jake Gyllenhaal. “Donnie Darko” ist Kult! Ein filmisches Meisterwerk, das die Verwirrung, die es bei den meisten Zuschauern erzeugt, regelrecht zelebriert. Alle Pläne nach dem Kinobesuch gelten als abgesagt, denn dieser Film verlangt nach Diskussion. Im Internet kursieren unzählige Erklärungsmodelle, die teils philosophische Ausmaße annehmen. Schade nur, dass Regisseur Kelly dann doch noch einen Director’s Cut präsentierte, der häppchenweise eindeutige Antworten lieferte. Wollte die eigentlich jemand haben?

kiss-kiss.jpgKiss Kiss Bang Bang
“Kiss Kiss Bang Bang” von Shane Black muss man einfach zweimal anschauen. Nicht nur, um den Wortwitz zu würdigen, denn das ist dank Robert Downey Jr.s Hochgeschwindigkeitssprache beim ersten Mal nahezu unmöglich. Hier wird mit dem Genre des “Film noir” gespielt - der Action-/Comedy-Plot ist bis zur Sinnlosigkeit weiter verschachtelt. Ob Absicht oder nicht, das weiß nur Black. Eins aber ist sicher: Selbst nach mehrmaligem Anschauen bleiben Dinge, die einfach keinen Sinn ergeben. Doch bei soviel Genialität unterstellen wir einfach mal, dass das Blacks größter Witz ist.

inception.jpgInception
Wer hätte das gedacht: Ein intelligenter Sommer-Blockbuster! Christopher Nolan schrieb das Drehbuch und führte Regie bei dem komplexen Science-Fiction-Thriller “Inception”. Ihm gelang, was vorher niemand geschafft hatte: Einen Kreisel zum Thema stundenlanger Diskussionen zu machen. Es ist das Spielzeug, mit dem sich Leonardo DiCaprio alias Cobb vergewissert, dass er in der Realität ist und nicht träumt. Denn in Träumen dreht sich der Kreisel immer weiter - und Nolan lässt seinen Film geschickter Weise enden, als er sich gerade zu drehen beginnt. Unsere Lieblingstheorie: Der Meisterdieb wendet dem Kreisel den Rücken zu, da ihm am Ende völlig egal ist, ob er in der Realität ist oder nicht. Oh je…

memento.jpgMemento
Und schon wieder ein Nolan-Film! Das wahrhaft Geniale an “Memento” ist sein Konzept. Erzählt wird eine Geschichte von mehreren Zeitpunkten aus - aber gleichzeitig. Der ungewöhnliche Kunstgriff passt perfekt zum zentralen Problem im Film: Einem Mann, der sein Kurzzeitgedächtnis immer wieder verliert und dennoch versucht den Mord an seiner Frau aufzuklären. Genau wie bei “Kiss Kiss Bang Bang” macht der Film viel mehr Spaß, wenn man sich beim ersten Mal nicht das Hirn zermartert, wie das alles zusammenpasst. Das kann man getrost beim zweiten Sehen versuchen - oder beim dritten, oder vierten…

mulholland-drive.jpgMulholland Drive
Eigentlich hätten wir fast jeden David-Lynch-Film hier einordnen können, doch der Mystery-Thriller “Mulholland Drive” erscheint besonders erwähnenswert: Der Film ergibt (für uns) absolut keinen Sinn - und soll es wahrscheinlich auch nicht. Es ist gerade diese hypnotische und surreale Stimmung, die Lynch seinen Filmfans schenkt. Und diese Stimmung baut der Film meisterlich auf. Da lautet die Devise: Zurücklehnen und ja nicht versuchen, die Geschehnisse in einen logischen Zusammenhang zu bringen.

vanilly-sky.jpgVanilla Sky
“Vanilla Sky”
wurde 2010 in einer Internetumfrage zum verwirrendsten Film aller Zeiten gewählt. Cameron Crowes surreales Drama zeigt Tom Cruise, der nach einem Autounfall äußerst merkwürdige Halluzinationen hat. Seit Jahren zerbrechen sich Filmfans nun ihren Kopf über diesen Film und doch scheint alles auf eine einfache Lösung hinzudeuten: Tom alias David Aames hat alles nur geträumt. Nun, ein ziemlich verrückter Traum im Kälteschlaf. Oder vielleicht - vielleicht haben wir den Film auch gar nicht verstanden.

2001.jpg2001: Odyssee im Weltraum
Was hat das alles zu bedeuten? Stanley Kubricks Sci-Fi Klassiker “2001: Odyssee im Weltraum” sollte von Anfang an Diskussionen auslösen und für Interpretationen offen sein. Auch wenn er von der “New York Times” ungerechterweise als “irgendwo zwischen hypnotisch und wahnsinnig langweilig” beschrieben wurde - diesen Epos sollte man einfach genießen. Die Bedeutung hinter all dem Treiben ist vor allem eines: Nebensächlich.

 

matrix.jpgMatrix Revolutions
Die ersten beiden Teile von “Matrix” waren auch schon nicht ganz ohne - aber der dritte Teil schlägt sie alle! Eigentlich hatten die Fans gehofft,
in “Matrix Revolutions”endlich alle Ungereimtheiten erklärt zu bekommen. Doch weit gefehlt - anstatt alte Fragen zu beantworten, werfen die “Matrix”-Macher Andy und Larry Wachowski einfach Millionen neue auf.

 

 

syriana.jpgSyriana
Der Politthriller “Syriana” brachte George Clooney den Golden Globe und den Oscar. Doch um die komplizierten Verhältnisse im Drama um Ölindustrie, Terrorismus und CIA aufzudröseln, braucht es eigentlich einen Universitäts-Abschluss in Politik. Dabei ist es ein spannender Streifen. Nur wieso jetzt wer was in den verschiedenen Handlungssträngen tut, bleibt uns als Zuschauer verborgen. Man kann es sich natürlich später im Internet erklären lassen. Das ist doch was: Verwirrend, aber wenigstens nicht unentschlüsselbar.

dogville.jpgDogville
Als „dreistündige Theateraufführung, die durch eine faszinierende Kameraarbeit sowie durch die exzellente Montage die Grenzen des Kinos neu definiert“ wird
Dogville” im “Lexikon des internationalen Films” beschreieben. Man könnte aber auch einfach sagen: Diesen Film kann man nicht verstehen. Regisseur Lars von Trier gilt als einer der markantesten europäischen Filmemacher der Gegenwart. Ob ein in Zeitlupe gedrehter Stummfilm wie Antichrist” (2009) oder der Musical-Film “Dancer in the Dark (2000) - Lars von Triers Filme sind niemals Mainstream.