Es gibt Filme, die muss man gesehen haben - und solche, die’s nicht wert sind. Nicht einmal, wenn offensives Zeittotschlagen vor der Mattscheibe auf dem persönlichen Feiertagsprogramm steht. Zu letzteren, wie ich leidvoll am Karfreitag feststellen musste, gehört Die Passion Christi von Hollywood-Fanatiker Mel Gibson.
In den guten alten Lethal Weapon-Zeiten schätzte ich ihn als subversiven Spaßvogel. Aber weit gefehlt: Als Regisseur zeigt er mit dem ekelhaft brutalen Leinwand-Leidensweg sein wahres, finsteres Herz. Wie sonst könnte man so viel Wut und Erbarmungslosigkeit in eine Geschichte legen, die zwar zu den traurigsten, aber auch zu den hoffnungsvollsten der Menschheit gehört? Gibson schwelgt in Blut und Folter, hetzt Judas mit Special-Effects-Dämonen, lässt Jesus dumpf leiden und Maria klassisch weiblich verzweifeln. Von Hoffnung, Versöhnung und Vergebung keine Spur. Gibson könnte Mitleid erregen, wenn ich nicht einem Menge Hass in dem Mann vermuten würde, der dieses und weitere Rache- und Metzel-Epen wie Braveheart und Apocalypto inszenierte. Und dessen antisemitische Äußerungen im Vollrausch mit Sicherheit kein Versehen waren.
Tja, das Gibson beinahe krankhaft Gewalt-geil ist, hat sich ja auch schon früher mit Werken wie “Der Patriot” recht klar gezeigt. Den Film, den du besprichst, habe ich persönlich noch nicht gesehen, allerdings bin ich auch nicht der Meinung, dass das wirklich eine Bildungslücke darstellt
Neeee @autor, ganz im Gegenteil, gute Entscheidung, nicht auf den Passionshype einzusteigen. Ärgert mich eh schon, dass die Hollywoodianer nach kurzer Ächtungspause wieder so unkritisch mit Mr. Gibson umgehen. Da muss unsereiner nicht auch noch mitmachen. Außer der Mann kommt ma von seinem Fanatikertrip runter und macht wieder was Vernünftiges.
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