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Das Leben ein Western - Interview Robert Relyea

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Sieben Stars auf einen Streich
"Zu Beginn von Die glorreichen Sieben drehten wir die Szene, bei der alle nacheinander mit den Pferden durch einen Fluss reiten. Wir probten ein paar Mal, dann lief die Kamera. Zuerst kam Yul Brynner angetänzelt, auf ihn folgte Steve McQueen, der sich mit dem Hut in der Hand aus dem Sattel beugte und Wasser aus dem Fluss schöpfte. Dann kam Charles Bronson, der sein Hemd auszog, uns seine Brustbehaarung präsentierte und sich kratzte. Danach James Coburn, der auch irgendwelche seltsamen Bewegungen macht. Und so ging's weiter. Regisseur John Sturges und ich wussten erst nicht, was da los war. Aber dann war's klar, warum sie alle so ein Theater machten: Sie versuchten jeder ihren "Moment" zu ergattern. John nahm die Zigarette aus dem Mund, drehte sich zu mir um und fragte mich: "Geht das den ganzen Film so?" "Könnte sein," meinte ich. John bestellte alle zu sich und schimpfte: "Wenn ihr das jetzt immer macht, treibt ihr mich zum Wahnsinn!" Die Männer lachten...und damit war das erledigt."

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Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Eli und die 40 Räuber
"Eli Wallach, der Mann, der den Oberbanditen in Die glorreichen Sieben spielte, hatte ganz besondere Freunde am Set. Vor Dreh machten wir einen Ausflug in die Berge und fanden 40 Typen, die seine Gang spielen sollten. Für fünf Dollar am Tag bekam man den Mann, sein Pferd, und seine Waffe. In der Tat waren das Kriminelle, die ihr Geld mit dem Überfallen von Touristen verdienten. Wir sagten ihnen, sie wären Elis Bande - und sie nahmen es wörtlich. Überall, wo Eli hinging, gingen sie auch hin. Einmal saßen wir zusammen in einer Bar und mussten so lachen. Denn draußen lief Eli vorbei - und hinter ihm seine 40 Räuber. Eli kam rein, um einen Drink zu nehmen. Und die 40 verteilten sich um ihn herum. Als er fertig war und ging, standen die 40 auch auf und verließen mit ihm die Bar. Nacheinander gingen sie die Straße wieder zurück."

Mehr zum Film: Die glorreichen Sieben

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Nur glorreiche Sechs!
"Bevor wir mit dem Dreh zu Mehr zum Film: Die glorreichen Sieben anfingen, drohte ein Schauspielerstreik in Hollywood. Die Gewerkschaft sagte zu Regisseur John Sturges: "Wenn Du die komplette Besetzung bis nächsten Sonntag gecastet hast, geben wir es Dir schwarz auf weiß, dass der Dreh für uns in Ordnung ist." Also verschickten wir Blankoverträge an Charles Bronson und Brad Dexter und einige andere - Yul Brynner und Steve McQueen waren schon an Bord - ohne die Rolle festzulegen. Wir ließen sie nur unterschreiben. Doch kurz vor Fristende sagte Sturges: "Wir haben nur glorreiche Sechs!" Da kam James Coburn ins Spiel, der ursprünglich nur für die kleine Nebenrolle des Mannes vorgesehen war, der im Messerkampf getötet wird. John meinte: "Warum nehmen wir nicht "Longlegs" [Langbein]?" Er konnte sich Coburns Namen nie merken. So wurde James Coburn der glorreiche Siebte. Das war für ihn der Beginn einer großen Karriere."

Mehr zum Film: Die glorreichen Sieben

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Lieber hässlich als nett
"Charles Bronson war ein wundervoller Mann - wenn man mit ihm allein war. Sobald ein paar andere auftauchten, fing Charlie sofort an, sich aufzuspielen. Doch was mich wirklich bei Charlie wahnsinnig machte, war, dass unheimlich viel Wert darauf legte, als harter Kerl zu erscheinen. In einer Drehpause bei Die glorreichen Sieben waren wir mal im Hilton Hotel und bekamen eine Massage. Ich war schon halb eingeschlafen. Plötzlich sagte Bronson: "Was denkst Du über die Aufnahmen heute?" Und ich: "Ich denke, sie sind großartig, warum?" Und er: "Was denkst Du über die Szene, in denen ich den Kids erzähle, dass ihre Väter die wahren Helden sind?" "Ich finde sie toll, so einfühlsam." Und er: "Denkst Du, irgendjemand macht sich Gedanken über mich und die Szene mit den Jungs?" "Du scherzt, Charlie! Niemand wird sich da je Gedanken machen, dazu bisst Du viel zu hässlich." "Oh Danke!" sagte er und schlief ein. Ihm war es viel lieber, dass man ihn für hässlich hielt, als für einen Softie. So war er eben, aber es machte Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten."

Mehr zum Film: Die glorreichen Sieben

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Der Western stirbt nie
"Im Zeitalter der Computertechnik und all den neuen Möglichkeiten sagen sich die Studios, dass der Western ein Oldie ist mit seinen simplen Geschichten über Gut und Böse - und damit nicht geeignet ist für die junge Zielgruppe. Dem stimme ich nicht zu. Ich denke, die jungen Zuschauer werden einen Western schätzen, wenn er wirklich gut ist. Steve McQueen hatte dazu eine interessante Theorie. Er meinte: Alle Filme sind Western. Sie spielen nur in anderen Umgebungen. Es geht um die guten gegen die bösen Jungs. Nur dass der Böse eben kein schwarzes Pferd, sondern vielleicht ein schwarzes Auto hat... Klingt ein bisschen konstruiert, aber ich verstand, was er meinte. Und in gewissem Sinn hatte er Recht. Mich hat diese Theorie wirklich beschäftigt. Eines Tages dachte ich: Vielleicht ist auch das Leben ein Western? Ich weiß jedenfalls ganz genau, wer die guten und wer die bösen Jungs sind."

Mehr zum Film: Die glorreichen Sieben

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Elvis holte Kaffee
"Als wir mit Jailhouse Rock anfingen, waren die Crewmitglieder, alle ein bisschen älter, gegen Elvis eingestellt. Denn das war doch dieser junge Typ, der sich so komisch bewegte und mit den Hüften wackelte. Am Ende sagte niemand mehr auch nur ein kritischen Wort über Elvis. Jeder mochte ihn. Wenn er morgens zum Visagisten kam, holte er den Friseuren Kaffee, dann den Makeup-Leuten und dann erst sich selbst. Er nannte immer jeden "Sir". Und im Gegensatz zu anderen bekannten Sängern, die außer vor der Kamera niemals gesungen hätten, machte er das: Wenn es eine Pause gab, um neu zu beleuchten oder so, holte Elvis seine Gitarre raus und spielte und sang für die Crew. Die Leute haben ihm das hoch angerechnet."

Mehr zum Film: Jailhouse Rock
Mehr zum Film: Kid Galahad

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Er war auch einsam
"Elvis fragte mich einmal: "Was hast Du am Sonntag vor?" Ich antwortete: "Ich schau mir ein Spiel an." Da war er neidisch: "Wenn ich aus meinem Hotelzimmer in die Lobby runtergehe, um mir eine Zeitung zu holen, prügeln sich schon drei Leute. Ich habe sechs Freunde aus Highschool-Tagen mitgenommen, die mit mir abhängen. Du kannst tun, wozu Du Lust hast. Ich kaufe mir Leute, die mir Gesellschaft leisten." Diese sechs waren bei Elvis, sie lebten im Hotelbungalow, machten Musik und spielten Karten, weil sie nicht aus dem Hotel rausgehen konnten, um sich ein Spiel anzusehen oder essen zu gehen. Er tat mit deswegen nicht leid, weil es ihm trotzdem gut ging. Aber man fühlte mit ihm, weil er in einem Glaskasten gefangen war."

Mehr zum Film: Jailhouse Rock
Mehr zum Film: Kid Galahad

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Unfreiwillig beim Friseur
"Es war damals üblich, eine Maske von den Stars anzufertigen, mittels einer Masse, die aufs Gesicht gegeben wurde und die man abnahm, wenn sie getrocknet war. Also machten sie das auch bei Elvis. Sie steckten ihm Röhrchen in die Nase und fingen, das Zeug aufzutragen. Als es trocken war, fing der Makup-Mensch an, die Fasern am Rand abzuscheiden, um sie besser abnehmen zu können - und erwischt ein Locke von Elvis. Man hörte ganz deutlich das Schnittgeräusch und dann sahen wir das ganze schwarze Haar auf dem weißen Umhang. Der Typ war natürlich völlig entsetzt. Doch Elvis drehte sich nur um und sagte: "Anscheinend gibt es überall Frankie-Avalon-Fans." [Anspielung auf einen damals populären Sänger, dessen Fans offensichtlich keine von Elvis waren... - Anm. d. Redaktion]."

Mehr zum Film: Jailhouse Rock
Mehr zum Film: Kid Galahad

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Vom Kipplaster zum Boxchampion
"Die Leute haben nie begriffen, was für ein guter Schauspieler Elvis war. Meiner Meinung nach war der Grund, weshalb er keine größeren Filme machte - die ihm durchaus angeboten wurden - sein Manager Colonel Parker, der vieles ablehnte, ohne auch nur das Drehbuch zu lesen. Elvis lernte auch unglaublich schnell. In der Anfangsszene von Jailhouse Rock kommt er auf seinem Kipplaster angefahren, kriegt seinen Gehaltsscheck und gerät dann in die Schwierigkeiten, die ihn ins Gefängnis bringen. Er brauchte nur 15 Minuten, bis er mit dem Kipplaster umgehen konnte. Und in Kid Galahad dauerte es nur sechs Wochen, bis ihm ein Profitrainer das Boxen beigebracht hatte. Der Trainer sagte hinterher, dass Elvis ohne weiteres eine Karriere als Boxer starten könnte, wenn er ihn noch drei weitere Monate unterrichten dürfte."

Mehr zum Film: Jailhouse Rock
Mehr zum Film: Kid Galahad

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Dreh in Deutschland
"Wir haben versucht, in den USA einen "Schwarzwald" als Location für das Kriegsgefangenenlager in Gesprengte Ketten zu finden. Aber das Beste, was wir entdeckten, waren ein paar kümmerliche Nadelbäume in der Nähe von Idlewild. Deswegen sagte Regisseur John Sturges zu mir: "Fahr nach Deutschland und such ein paar Plätze, an denen wir unsere Außenaufnahmen drehen können." Das machte ich, rief ihn an und sagte: "John, ich habe schlechte Nachrichten." "Was ist denn los," frage er. Ich: "Rat mal, wie es in Deutschland aussieht - wie in Deutschland!" Letztlich stellte es sich heraus, dass es günstiger und besser war, nicht nur einige Szenen, sondern den kompletten Film in Deutschland zu drehen - was dem Film sehr zugute kam. Füssen, Neuschwanstein - das war einfach die perfekte Kulisse. Hätten wir dasselbe Ergebnis auch mit den sechs Bäumchen in Idlewild geschafft? Vielleicht ja, aber es hätte nie so authentisch gewirkt."

Mehr zum Film: Gesprengte Ketten

Foto: Craig & Robert Relyea
Interview: Katharina Happ, Leadsatz
McQueen verfolgt sich selbst
"Wenn Sie sich die legendäre Motorradjagd in Gesprengte Ketten genau ansehen, werden sie etwas entdecken: In der Szene kommt erst Steve McQueen vorbeigefahren und dann der Deutsche, der ihn verfolgt. Doch der Deutsche ist kein anderer als ebenfalls Steve, den wir dafür in eine deutsche Uniform gesteckt haben. Er raste also erst mit seinem Motorrad vorbei, bremste, rannte zum Truck, zwängte sich in die Unifom, setzte sich auf die schwere BMW-Maschine und heizte ein zweites Mal vorbei. Auf diese Weise verfolgte er sich selbst. das merkt aber keiner, der seinen Fahrstil nicht genau kennt."

Mehr zum Film: Gesprengte Ketten

Foto: 20th Century Fox Home Entertainment
Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Echte Kriegsgefangene
"Einige der Schauspieler in Gesprengte Ketten waren selbst Kriegsgefangene im zweiten Weltkrieg. Darunter der Münchner Theaterschauspieler Hans Reiser , der in Afrika gefangengenommen und in den USA interniert worden war. Er erzählte uns, dass sein Lagerkommandant, ein Major der Fallschirmspringer, ein scharfer Hund war, ständig auf Konfrontationskurs. Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, wurde die Flagge gehisst. Da trat die erste Reihe der Kriegsgefangenen einen Schritt vor, und alle spuckten auf den Boden. Als sie wieder in den Baracken waren, klopfte Reiser , mit seinem Becher auf den Tisch und sagte: "Ich seid doch bescheuert. Wir werden hier gut behandelt und versorgt. Was Ihr gemacht habt, war einfach nur dumm." Nach seinen Worten, erzählte er, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so still war es auf einmal im Raum. Da bekam er Angst, schlich sich nachts aus dem Schlafraum zum Major und sagte: "Ich bin in echten Schwierigkeiten." "O.K.," sagte der, "ich verlege Sie in mein Haus außerhalb des Camps. Ich habe zwei Kinder. Bevor der Krieg vorüber ist und Sie entlassen werden, bringen Sie den beiden deutsch bei." Reiser war einverstanden und so ging die Sache doch noch gut für ihn aus."

Mehr zum Film: Gesprengte Ketten

Foto: 20th Century Fox Home Entertainment
Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Kleiner Scheißer
"Wir gingen um drei Uhr morgens in die Kantine. John Wayne und ich sprachen über das, was wir nach dem Lunch drehen wollten. Da kam Richard Widmark und wollte unbedingt mit Wayne über die nächste Szene sprechen. Duke sagte: "Nicht jetzt, Du kleiner Scheißer!" Daraufhin sprang Widmark vor ihn hin und nahm Kampfstellung ein. Ich sagte: "Dick, wart doch einen Moment!" Und Wayne fragte: "Was tut er da?" Und ich: "Ich denke, er will dich schlagen." "Warum denn nur?" "Weil Du ihn einen kleinen Scheißer genannt hast." "Nein, habe ich nicht!" "Duke, Du hast es gerade eben gesagt!" "Warum sollte ich das tun?" "Ich habe keinen blassen Schimmer." Ich versuchte Widmark zu beruhigen: "Nimm die Fäuste runter, entspann dich und dann kommst Du nach dem Lunch wieder und wir besprechen alles in Ruhe, ja?" Widmark drehte sich um und in dem Moment sagte Wayne zu mir - vielleicht lauter, als beabsichtigt: "Angriffslustiger kleiner Scheißer, was?" Widmark kam zurückgeschossen, stand wieder vor uns und Wayne meinte: "Ich weiß nicht, was mit dem Kerl los ist." Und ich: "Er will Dich umbringen!" Aber am nächsten Tag war alles wieder in bester Ordnung."

Mehr zum Film: Alamo

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Druck für den Duke
John Wayne war wirklich John Wayne. Er hat nicht gespielt, er war einfach so. Er war sehr geradeaus, manchmal grob. Das machte es gelegentlich kompliziert. Was damals aber niemand realisierte, war, unter welchem Stress er bei Alamo stand. Er hatte ein Budget von etwa 40 Millionen, was einem 200-Millionen-Dollar-Budget heute entspricht. Als er einmal nachts nach dem Dreh einen Drink nahm, sagte er, er würde bald der einzige Mann im Armenhaus sein, der mal über 40 Millionen Dollar verfügte. Denn auch wenn er den Film nicht allein finanzierte, hatte der Duke [Waynes Spitzname] doch genug investiert, um den Druck zu spüren. Einmal wurde er wegen irgendwas sauer auf die Elektriker und fing an, sie von ihren Leitern zu pflücken und zu toben. Ich musste am nächsten Tag 14 neue Elektriker engagieren, weil die alten beleidigt gegangen waren.

Mehr zum Film: Alamo

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Tequila im Blut
"Wir hatten eine Menge Nachtdrehs für Alamo - und die sind hart. Man weiß nicht, was man essen soll, wenn man ins Camp zurückkommt, man schläft tagsüber nicht gut und so weiter. Eines Nachts wurde ich sehr krank, blutete aus Mund und Nase. Der Sanitäter war nicht begeistert von meiner Idee, den Dreh erst zu beenden, bevor ich mich behandeln lasse, meinte aber, wir könnten es ja versuchen. Um drei Uhr morgens bei der Pause fühlte ich mich noch prima - doch mitten in der Kantine im Gespräch mit Wayne brach ich zusammen und sie brachten mich auf die Krankenstation. Zum Glück kennt jeder Stuntman seine Blutgruppe und so spendeten die Jungs einer nach dem anderen ihr Blut - auch wenn die Schwester meinte, dass ich da grade vielleicht nur Tequila pur in die Adern kriege. Denn die Stuntmen saßen im Vorraum dieses kleinen katholischen Krankenhauses, tranken und spielten Strippoker auf einem Tisch, der eigentlich als Altar gedacht war. Einer von ihnen kippte sogar vom Stuhl. Doch wegen diesen Männern lebe ich jetzt noch."

Mehr zum Film: Alamo

Foto: Craig & Robert Relyea
Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Bock statt Reh
"Bei der West Side Story übernahmen die Besetzung des New Yorker Musicals fast komplett - bis auf die vier Hauptrollen. Die Suche nach diesen vier war ein Alptraum. Allein für die Maria ließen wir über 70 Frauen vorsprechen. Darunter auch eine 14-Jährige von der Highschool, die fantastisch war. Aber Regisseur Robert Wise warnte zu Recht, dass wir wegen der Arbeitsschutzgesetze dann nur drei Stunden am Stück mit ihr drehen dürften. Und eine andere, mit der wir probten - obwohl eine wunderschöne Schauspielerin - brachte beim Herumlaufen das Set so zum Beben, dass der Regisseur nachher meinte: "Das ist nicht das Reh im Wald, das wir suchen - das ist ein ausgewachsener Bock." Ganz zu Anfang hatte der Castingdirektor den Vorschlag gemacht, Natalie Wood zu nehmen. Jemand warf damals einen Plastikbecher nach ihm und sagte: "Was für eine bescheuerte Idee!" Drei Wochen nach Drehbeginn hatten wir immer noch keine Maria. So ging ich eines Abends sehr spät zum Produzenten und sagte: "Montag brauchen wir eine Maria! Ruf bitte Natalies Agentin an, wir brauchen sie." Sie sagte zu, nur die Gage war war dadurch höher als geplant..."

Mehr zum Film: West Side Story

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Verletzungen am laufenden Band
"West Side Story war ein Mammutwerk. Denn durch die vielen Tanzeinlagen war es ein Dreh, der von den Darstellern enorme physische Leistungen verlangte. Wir hatten immer wieder Verletzte - Prellungen, Überdehnungen und so weiter - sodass wir ständig unterbrechen und woanders weiterdrehen mussten, weil ein Haupttänzer ausfiel und wir warten mussten, bis er wieder einsatzfähig war.

Schlimmer war, dass wir die Sünde begangen hatten, zwei Regisseure zu verpflichten. Wir stellten wir schon nach dreiwöchigen Proben fest, dass das niemals funktionieren würde. Also warfen wir Jerome Robbins eines Nachts aus dem Team. Der sagte: "Dann streicht meinen Namen aber aus den Credits" (bei Regie, Choreografie usw). Als wir dann den Oscar bekamen, war das natürlich vergessen und Jerome Robbins legte einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf dem Weg zur Bühne hin - er war sogar schneller als sein Kollege Robert Wise!"

Mehr zum Film: West Side Story

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Jagd durch San Francisco
"Wir hatten zwei Mustangs und zwei Dodges für die berühmte Verfolgungsjagd in Bullitt. Je eins der Modelle nutzten wir für Sprünge - das andere für Strecken mit hoher Geschwindigkeit. Denn damals hatten wir nicht die Geräte wie heute, mit denen man kleine Strukturschäden am Auto sofort erkennt. Einen Haarriss hätte man mit dem bloßen Auge leicht übersehen können. Wenn man sich die letzte Sequenz der Verfolgungsjagd ansieht, in der der Dodge in die Tankstelle kracht, explodiert und Steve McQueens Mustang sich dreht, sodass er am Ende wieder mit der Front zur Kamera steht, kann man sehen, wie er in den Graben rutscht und hören, wie es in der Karosserie knirscht. In dem Moment ging tatsächlich der Mustang zu Bruch. Als wollte er sagen: Jetzt reicht's mir, ich kann nicht mehr. Aber es war die letzte Szene und wir hatten sie im Kasten..."

Mehr zum Film: Bullitt

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Echte Ärzte, echte Schwestern
"Toll bei Bullitt war die Unterstützung des San Francisco General Hospital, in dem wir drehen durften mit all den echten Schwestern und Ärzten. Die Oberschwester war großartig - die Mutter der Station. Ich weiß noch, wie sie einmal zu uns kam und sagte: "Könnt ihr bitte Eure Sachen zur Seite räumen? Es gab einen Unfall mit 16 Autos auf der Golden Gate Bridge und wir werden eine Weile damit zu tun haben." Es ist schwer zu erklären, aber durch den Dreh in dieser Atmosphäre bekamen wir etwas, dass einfach echt wirkte. Ein oder zwei Probleme gab es dadurch aber auch: Zum Beispiel sah die Gerichtsmedizinerin überhaupt nicht aus wie eine Gerichtsmedizinerin. Sie war ein Prachtweib mit langen blonden Haaren. Steve McQueen und ich überlegten, was wir tun könnten und beschlossen, ihr Haar unter eine von diesen Plastikhauben zu stecken, ihr das Make up abzuwischen und sie so einigermaßen "passend" zu stylen."

Mehr zum Film: Bullitt

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
Cop trotz Vietnam
"Bullitt war angsteinflößend am Anfang. Neben finanziellen Sorgen hatten auch einige Bedenken, dass Steve McQueen in der Zeit der Proteste gegen den Vietnamkriegs und des Aufstands der Jugend gegen das Establishment mit einer Rolle als Cop seine jungen Zuschauer verlieren würde. Steve sagte dazu: "O.K., aber ich kann doch eine andere Sorte Cop sein." "Was denn für einer?" fragte ich ihn - "Einer mit Rollkragenpullover statt Hemd, ein Underdog." Und es funktionierte. Seine Zuschauer waren nicht abgeschreckt, auch nicht die, die für den Frieden demonstrierten. Steve hatte hinterher nur das Problem, dass sie bei anderen Filmen auch wollten, dass er ins Auto springt und irgendwelche Hügel runterrast.

Mehr zum Film: Bullitt

Interview: Katharina Happ, Leadsatz
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Jede Woche ein kniffliges Filmrätsel! Die Lösung - und ein neues Rätsel - gibt es nächste Woche:

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"Süßer, es geht nichts über Erfahrung. Ich mache Sachen, von denen deine Verlobte noch nicht mal geträumt hat.” - “Was denn - den Schulabschluss von 1985…?"

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